Die Glocken der Wiesbadener Marktkirche haben schon mal geuebt

Wer sich am Dienstagvormittag in der Nähe der Marktkirche aufgehalten hat, konnte immer wieder Tonleitern und Glockentöne hören. Gleich zwei Anlässe gibt es für die musikalische Einlage zu ungewohnter Zeit, berichtet Marktkirchenkantor Thomas Frank auf Anfrage: „Glockenspiel und Läuteglocken wurden gewartet“, sagt er. „Und es gibt noch einen zweiten Grund für die Töne. Bekanntlich möchten wir künftig jede Viertelstunde ein Vier-Ton-Motiv erklingen lassen, so ähnlich wie Big Ben in London, aber mit einer anderen Tonfolge“, erklärt Frank.

Wie berichtet hatte Frank zum 25. Geburtstag des Carillons der Marktkirche 2011 diese Idee entwickelt. Allerdings kostet es Geld, sie zu verwirklichen. Denn das Carillon verfügt zwar insgesamt über 49 Glocken; wenn es nicht per Hand, sondern per Computer zum Klingen gebracht wird, waren aber bisher nicht alle im Einsatz, sondern nur 25. Und das wollte Frank ändern. Das Land Hessen, die Nassauische Sparkasse und die Stadt unterstützen die Idee, und nun wurde die untere Oktave ins computergestützte Programm integriert. „Jetzt haben auch die großen Glocken für die untere Tonreihe von C bis C ihre automatischen Hämmer bekommen“, beschreibt Frank.

Kantor lauscht vor der Kirche

Und ob diese sich gut anhören, hat der Kantor am Dienstag selbst getestet. „Ich stand vor der Kirche und habe gelauscht, ob ein Ton zu laut oder zu leise war.“ Und wie dies klingt, hörte man eben auch rund um die Marktkirche.

Mitte des Jahres soll es nun losgehen mit dem Vier-Ton-Motiv, das tagsüber erklingen soll. Ist es viertel nach, sind es vier Töne, um halb sind es acht, um viertel vor werden zwölf zu hören sein und zur vollen Stunde 16. In der Nacht, sagt Frank, „bleibt alles, wie bisher auch“.

Quelle: http://www.wiesbadener-kurier.de/region/wiesbaden/meldungen/12987781.htm